Darjeeling
Bereits die Anreise war etwas Besonderes. Alle unsere lieben Freunde trafen nach und nach am Bahnsteig ein, die meisten zehn Mituten nach der geplanten Abfahrt. Auf den elektronischen Anzeigen stand Willkommen, auf den gedruckten Fahrplaenen alles moegliche, wenn auch weder nach Abfahrtszeit, noch nach Zielort noch Zugnummer geordnet, aber jedenfalls war unser Zug nicht darunter. Doch mit 40 min Verspaetung war er da, rollte leise durch den Regen ein, und wir fanden sofort unsere Plaetze. Die Strecke war in russischer Breitspur gebaut, entsprechend sind die Wagen breiter als hoch. Das Abteil hat sechs Betten, doch auf der anderen Gangseite sich wieder in Laengsrichtung Bettenabteile. Allerdings teilen Vorhaenge, nicht Waende die Abteile vom Gang, wodurch man gut mithoeren kann beim Nachbarn. Ich Schlafkaiser habe mich gut erholt im obersten Stockwerk, waehrend Sandro, der eine Etage tiefer lag und Gewand und Schuhe anbehalten hatte, am naechsten Tag recht muede war.
Durch einen Kraehenschwarm von schreienden Taxifahrern hindurch stapften wir stumm und wild entschlossen durch die Bahnhofsanlagen bis auf den Taxistand zu, der allerdings geschlossen war. Erst nach dreimaligem Umrunden betrat ein serioes aussehender Mann den Kiosk und errettete uns vor der Meute, indem er uns ein Prepaid-Ticket verkaufte um die Haelfte der bisherigen Angebote. Erst spaeter begriff ich, warum er mehrmals nachgefragt hatte, ob ein normales kleines Auto genuege. Denn sobald die Strasse Stadt und Doerfer hinter sich gelassen hatte und sich die Berghaenge hinaufwandt, wurde sie immer schmaeler und die Loecher immer groesser. Ueber palmenbewachsene Alpenhaenge kaempfte sich unser tapferer Fahrer im ersten oder zweiten Gang Kehre um Kehre hoeher, waehrend Kolonnen von Lastwagen und Jeeps entgegenkamen und mit eingeklapptem Seitenspiegel Zentimeter geteilt wurden. Entlang und immer wieder querend verlief die Schmalspur-Bahnlinie, und nach drei Stunden Fahrt begegnete uns tatsaechlich nach lauten Signalstoessen ein Zug. Immer wieder standen kleine tibetische Haeuschen am Abhang, manchmal ein Gasthaus oder eine Siedlung aus bunten Holzhaeusern. Wo Geroell und Erde weggeschauflt wurde, erinnerte ich mich an die Schreckensmeldungen der grossen Unwetter, die in den letzten Tagen hier geherrscht haben sollen, waehrend wir im Tiefland im Sonnenschein wandelten. Nun verblies das kuehle Berglueftchen die letzten Nebelschleier und oeffnete wiederum der Sonne ein Fenster.
Darjeeling, von den Briten einst in 2500 Meter Hoehe als Erholungsort ihrer Soldaten und Kaufleute errichtet und als Stuetzpunkt fuer ihre Teezuechtungen, schien dagegen mehr tibetisch als indisch, und entfaltete vom Bahnhof bis zum Uhrturm ein froehliches und geschaeftiges Leben, in grosser Hoeflichkeit und Freundlichkeit. Von unseren Zimmern aus konnte man auf die ganze Stadt hinunterblicken, und es war gar kein Unglueck, dass der Zug, mit dem wir nach zwei Tagen weiterreisen wollten, bereits ausgebucht war, und wir einen Tag laenger bleiben muessen.






Durch einen Kraehenschwarm von schreienden Taxifahrern hindurch stapften wir stumm und wild entschlossen durch die Bahnhofsanlagen bis auf den Taxistand zu, der allerdings geschlossen war. Erst nach dreimaligem Umrunden betrat ein serioes aussehender Mann den Kiosk und errettete uns vor der Meute, indem er uns ein Prepaid-Ticket verkaufte um die Haelfte der bisherigen Angebote. Erst spaeter begriff ich, warum er mehrmals nachgefragt hatte, ob ein normales kleines Auto genuege. Denn sobald die Strasse Stadt und Doerfer hinter sich gelassen hatte und sich die Berghaenge hinaufwandt, wurde sie immer schmaeler und die Loecher immer groesser. Ueber palmenbewachsene Alpenhaenge kaempfte sich unser tapferer Fahrer im ersten oder zweiten Gang Kehre um Kehre hoeher, waehrend Kolonnen von Lastwagen und Jeeps entgegenkamen und mit eingeklapptem Seitenspiegel Zentimeter geteilt wurden. Entlang und immer wieder querend verlief die Schmalspur-Bahnlinie, und nach drei Stunden Fahrt begegnete uns tatsaechlich nach lauten Signalstoessen ein Zug. Immer wieder standen kleine tibetische Haeuschen am Abhang, manchmal ein Gasthaus oder eine Siedlung aus bunten Holzhaeusern. Wo Geroell und Erde weggeschauflt wurde, erinnerte ich mich an die Schreckensmeldungen der grossen Unwetter, die in den letzten Tagen hier geherrscht haben sollen, waehrend wir im Tiefland im Sonnenschein wandelten. Nun verblies das kuehle Berglueftchen die letzten Nebelschleier und oeffnete wiederum der Sonne ein Fenster.
Darjeeling, von den Briten einst in 2500 Meter Hoehe als Erholungsort ihrer Soldaten und Kaufleute errichtet und als Stuetzpunkt fuer ihre Teezuechtungen, schien dagegen mehr tibetisch als indisch, und entfaltete vom Bahnhof bis zum Uhrturm ein froehliches und geschaeftiges Leben, in grosser Hoeflichkeit und Freundlichkeit. Von unseren Zimmern aus konnte man auf die ganze Stadt hinunterblicken, und es war gar kein Unglueck, dass der Zug, mit dem wir nach zwei Tagen weiterreisen wollten, bereits ausgebucht war, und wir einen Tag laenger bleiben muessen.









weichensteller - 26. Aug, 12:31